Corona Krise

Zunächst eine wesentliche, gute Nachricht: Auch in dieser herausfordernden Zeit ist die Fortführung von Psychotherapien durch Videosprechstunden (oder Telefonate) gewährleistet. Gerade jetzt ist es wichtig, dass diese Unterstützung nicht wegfällt.

HelferInnen, die unter akuten Belastungsreaktionen leiden, biete ich innerhalb von drei Tagen ein Erstgespräch an. Bitte scheuen Sie sich nicht, sich zu melden! Wir alle brauchen HelferInnen, die diese Zeit mit uns gemeinsam meistern.

 

Um gut informiert zu bleiben, empfehle ich Ihnen seriöse Quellen, wie das Robert-Koch-Institut, das Corona Virus Update mit Prof. Dr. med. Christian Drosten oder das Bundesgesundheitsministerium. Informationen in unterschiedlichen Sprachen finden Sie unter: corona-ethnomed. Holen Sie nicht häufiger als zweimal täglich Informationen ein, um nicht durchgehend in einen alarmierten Zustand zu geraten. Erlauben Sie sich genug Zeit an der frischen Luft sowie mit erfreulichen Gedanken. Vielleicht ist gerade jetzt die eine oder andere Imaginations-Übung hilfreich.

 

Die aktuelle Situation verlangt von uns allen viel ab. Während viele Alleinlebende unter der Isolation leiden, vermissen Paare und Familien oft Rückzugsmöglichkeiten. Daher hier ein paar Tipps:

Nutzen Sie, wenn Sie alleine leben, Telefon oder Videotelefonie, um in Kontakt mit anderen zu bleiben. Vielleicht verabreden Sie sich zu einem gemeinsamen Essen per Skype. Auch Spaziergänge mit jeweils einer Person auf Abstand können helfen, bei aller physischer Distanzierung, psychische Nähe und Verbundenheit zu erfahren. Regelmäßiger Sport hilft, sich auch weiterhin körperlich wahrzunehmen. Ein Wannenbad, eine Dusche oder auch die Sonne im Gesicht erlauben ein angenehmes Körpergefühl. Schaffen Sie sich eine klare Tagesstruktur. Vieles, wofür nie Zeit war, können Sie jetzt angehen. Aber seien Sie nicht zu streng mit sich! Wir alle müssen uns erst an die Veränderungen gewöhnen, die die Corona Krise mit sich bringt. Anpassungsprozesse an veränderte Lebensbedingungen benötigen Zeit.

Wenn Sie als Paar zusammenleben, ist es wichtig, Zeiten zu vereinbaren, in denen jede/-r für sich ist, beispielsweise im Homeoffice konzentriert arbeiten kann, und Zeiten, die für die Begegnung reserviert sind. Vielleicht ist die aktuelle Situation eine gute Gelegenheit, um mit Zwiegesprächen nach Michael Lukas Moeller zu beginnen. So können mögliche Reibungspunkte in einer geschützten Atmosphäre frühzeitig angesprochen werden. Sie finden im Netz gute Kurzanleitungen dazu, wie Zwiegespräche geführt werden können, beispielsweise unter: www.dyalog.de.

Durch die immer noch weitgehenden Schließungen der Kitas und Schulen müssen besonders Familien mit Kindern ihren Alltag neu überdenken und planen. Eine klare Tagesstruktur sowie Ablenkung und Spaß helfen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Wichtig sind auch hier Zeiten, die jeder/-m einzelnen vorbehalten sind, von Gemeinschaftszeiten zu unterscheiden. Wenn es nicht die Möglichkeit gibt, auf unterschiedliche Zimmer auszuweichen, ist ab dem Schulalter möglich, Zeiten der Stille zu vereinbaren, so dass Homeoffice und Arbeiten an den Schulaufgaben parallel möglich sind. Selbstverständlich sollte der Kontakt zu  Gleichaltrigen oder wichtigen Bezugspersonen, wie beispielsweise den Großeltern, über die neuen Medien ermöglicht werden.

Weitere praktische Unterstützung für Familien mit kleineren Kindern können unter anderm folgende Angebote sein:

1. Der WDR bietet nun täglich die Sendung mit der Maus mit einem Bildungsprogramm an.

2. Coronavirus und Pandemie anschaulich erklärt auf der WDR Mediathek.

3. Ein Video für Kindergartenkinder der Wiener Zeitung.

4. Ein Buch für Kinder, in dem Corvid erklärt wird und mit der Krise verbundene Gefühle angesprochen werden, das Sie sich ausdrucken können.

 

Ich wünsche Ihnen alles Gute in dieser herausfordernden Zeit!